Veni vidi vici – er kam, sah und siegte


Wieviele Menschen spielen Lotto, spielen um ihr Glück? Manche ein Leben lang, andere ein paar Jahre und der eine vielleicht nur einmal. Dabei macht er einen Volltreffer und räumt den Jackpot ab.
Genau so ist es in der Liebe. Die Chance, einen Volltreffer zu landen, wenn man dazu noch durch ein Handicap nicht dem Weltbild entspricht, liegt bei 1:1 000 000, die berühmt berüchtigte Nadel im Heuhaufen, ein Sechser im Liebeslotto in der B-Ziehung.
Aber was, wenn einer sie doch gefunden hat?
Was, wenn jemand die richtigen Zugangsdaten für die B-Ziehung eingegeben hat?
Und noch was anderes, was wenn man selber diese Nadel im Heuhaufen ist, der Jackpot?
Man hat soviel Zeit mit der Suche verbracht und dabei vergessen, daß fast 90% der Menschen dem Glück nachjagen.
Warum sich also nicht zurück lehnen und sich finden lassen?
Man wird gefunden, wenn man sich von dem Zwang, die bessere Hälfte irgendwo zu entdecken und von der Angst, wenn alle Bemühungen scheitern, allein zu bleiben, löst!

Mir ist es so ergangen. Es gab Beziehungen nach intensiver Suche, aber es waren nicht die richtigen Partner, auf die meine Wahl fiel.
Letzterer Stärke- und energiezerrend.
Meine körperliche und seelischen Lebenskraft war aufgebraucht, mein Inneres sträubte sich gegen jede neue Bindung.
Ich war für eine Freundschaft bereit, alles andere legte ich an acta.
Mir blieb allerdings nicht viel Zeit, mich zu regenerieren, man(n) ließ mir keine Zeit mich zu verkriechen. Ja, ich wollte mich eigentlich verkriechen.

Aber wie aus dem NICHTS tauchte plötzlich ein Mann auf, der sich bestimmt, humorvoll, hartnäckig aber auch wieder sehr behutsam und liebevoll Zugang zu meiner verletzen Seele verschaffte.
Obwohl ich mich dagegen wehrte, war ich machtlos.
Aber es war nicht unangenehm und ich spürte, daß sich mein Lebensenergiespeicher, binnen kurzer Zeit rasch wieder auffüllte.
Ich konnte mich seiner respektvollen, liebenswürdigen, einfühlsamen und doch so einnehmenden Art nicht mehr entziehen, selbst wenn ich gewollt hätte.
Er lockte Dinge mit einer Leichtigkeit aus mir heraus, die fast erschreckend war.
Ich tat Dinge, die ich schon lange kraftlos vor mich hinschob.
Es war wie verhext, er verhinderte, daß ich mich einigelte, er war zum richtigen Zeitpunkt am richtigen Ort.
Ich glaube an Gott und bin mir sicher, daß er der Drahtzieher war.

Mein wundervoller Retter hat auch einen Namen „Mario“.
Ein altes lateinisches Zitat eines römischen Staatsmannes besagt:

„Veni vidi vici – er kam, sah und siegte“, was zu 100% auf Mario zutrifft.

Ich habe Dich inzwischen als einen großartigen, großzügigen, einzigartigen, zuvorkommenden und verständnisvollen Menschen kennen und lieben gelernt.
Deine Fähigkeit, Menschen die von unserer Gesellschaft ausgegrenzt werden, weil sie „anders“ sind, ohne Einschränkungen unvoreingenommen anzunehmen, ist enorm.

Du sieht die Schönheit hinter der Fassade aus Behinderung, hast die Gabe, daß zu lieben, was andere abstößt, gar nicht erkennen können oder wollen.
Durch Dein selbstloses Auftreten gibst Du alles von Dir, wo andere ihren eigenen Lebensstandard nicht umstellen können, geschweige Verzicht in Kauf nehmen.
Du gleichst einem indischen Tiger, sehr selten in seiner Art, wertvoll und mit einer majästätischer Ausstrahlung. Wer Dir begegnet, kann sich nicht mehr aus Deinem Bann entziehen.

Seit wir zusammen sind, nimmt die Liebe völlig neue Dimensionen an.
Deine Liebe, Deine aufopfernde Hingabe, Dein Sanftmut, Deine erfrischende Art mich zum Lachen zu bringen, Deine Eigenschaft, mich als vollwertige Frau zu sehen, begehrenswert, trotz Handicap, meine inneren Werte erkannt hast, sie zu schätzen weißt, haben mich berührt, fasziniert, verzaubert und erobert.
Sie/Du stellst alles in den Schatten, was ich je erlebte und empfand.
Ich möchte diese Begabungen an Dir nicht mehr missen.

Ich liebe Dich mein Großer und mein Ziel steht wie ein Fels in der Brandung.

Klamottenfrage geklärt

Mike: „Manu, was willst Du heute anziehen?“

Ich: „Klamotten.“

Mike: „Ach ne,,, echt Manu?“

Mike: „Was für ein Unterhemd möchtest Du?“

Ich: „Ein weißes :D!“

Mike: „Manu noch so ne blöde Antwort und Du ziehst Dich alleine an.“

Klar gerne doch, aber keine Arme, keine Kekse :p.

Krankenschwestern wissen auch nicht alles

  • Wenn man jung und unerfahren ins Krankenhaus kommt, macht man schon mal das, was die Krankenschwester sagt. Auch wenn man weiß, daß es einfach nicht richtig ist!

Wirklich geschehen!

Durch die ständigen Antibiotikagaben reagiert der Körper einer Frau natürlich mit Pilzinfekten an gewissen Stellen.

Dagegen wurden mir Vaginalkapseln verschrieben, namens ‚Döderlein supp‘.

images (2)

 

Es war Zeit zu Verabreichung und die zuständige Schwester (ich nenne sie mal Mia) hielt mir einen Medikamentebecher hin.

„Manu Deine Kapsel.“

Ich blickte ganz erstaunt und stotterte:

„Äh….die kommt woanders hin.“

„Manu, diskutiere nicht, nimm Deine Medi.“

Hilflos versuchte ich einen weiteren Ansatz, deutlich zu machen, daß die Kapsel nicht zum oralen Verzehr ist.

„Die kann ich nicht schlucken, die muss woanders rein.“

Man, wie soll ich denn als 19 jähriges Mädel etwas erklären, was mir ultra peinlich war.

Die Schwester war schon sichtlich genervt und wurde nun etwas forscher.

‚Ok, dann Augen zu und durch, ist doch nur gepresster Joghurt,‘ dachte ich würgend.

Im Dienstzimmer ließ sich Mia darüber aus, was für Anstalten ich gemacht hätte.

Nur leider wußte jede der anderen Krankenschwestern, daß ich Recht hatte.

Mit gesenktem Blick kam  Mia ins Zimmer zurück.

„Manu,“ flüstere sie schuldbewußt.

Ich war noch recht muffelig und antwortete mürrisch:

„WAS?“

„Entschuldigung, Du hattest recht!“

Damals war ich leicht angesäuert, was bestimmt von den Milchsäurezäpfchen kam :p (Nebenwirkungen), aber heute ist die Geschichte für mich einfach nur witzig.

Mir hat es auf der Station den Namen ‚Miss Döderlein‘ eingebracht und diverse Kommentare wie:

„Ihr Ruf eilt Ihnen voraus!“, als es hieß, ich komm‘ stationär zum Check up.

So macht man sich einfach mal unvergessen 😀 .

Danke für die schöne Zeit auf der A4 in Bad Wildungen 😀 .

Pflegealltag im Krankenhaus

Folgende Situation auf der ItS. Meine Zimmernachbarin wurde mit Abführmittel abgeschossen, worauf passierte, was passieren mußte und das mit doppelt und dreifacher Wirkung. Der zuständige Pfleger rief um Hilfe beim sauber machen. Ich lag feixend in meinem Bett und hörte den schniefen und ächzen der Pfleger hinter der spanischen Wand zu.
Als der eine der beiden sich zu mir umdrehte und mein schelmisches Grinsen sah und dies mit dem Satz:
„Lach‘ nicht so frech…“ kommentierte, antwortet ich:
„Scheiß Job erwischt.“

Die Moral von der Geschicht – wenn es immer gleich X-prep (hartes Abführmittel) sein muss, geht der Schuss schnell nach hinten los :).

Mit Sanis unterwegs

Ich kam von einer Untersuchung mit Liegendtransport. In meinem Zimmer hängt ein Patientenlifter an der Decke, der einer Liebesschaukel ähnelt.
Die Sanis begutachten die Konstruktion.
„Coole Sache…,“ und staunen.
„Stimmt genau, andere müssen son Ding teuer bei Beate Use kaufen. Ich habe es von der KK bekommen sogar mit Montage und Tragetuch!“ gab ich trocken zurück.

wpid-wp-1443863310592.jpg

Damit war das Eis gebrochen und es gab sogar noch einen Kaffee für die beiden Jungs, denn sie hatten danach Dienstschluß.

In so einem Job bekommt man wahrscheinlich einiges geboten. Mit Sanis unterwegs weiterlesen

Unerwünschte Muskelkrämpfe

  • Als Querschnittlähmter hat man auf Grund des geschädigten Rückenmarks mit Spastiken, lat. Spasmus zu kämpfen.
    Als mich mal wieder die Spastik schüttelte und ich fluchend im Bett lag:
    „Scheiß Spasmus…“, kam von Schwester Mia zurück:
    „Manu, Spas-mus sein, sprach Wallenstein und schob die Eier mit hinein!“

So und nun soll mir noch mal jemand sagen, ICH wäre versaut. Das wurde mir auf der Reha alles beigebracht ;).

Anfang und Gegenwart

 

PicsArt_04-01-07.27.58

Es war einmal vor vielen Jahren, als Märchen noch Träume waren.

Da wurde ein Mädchen geboren, mit einer Haut so weiß wie Schnee, Wangen so rot wie Blut und daß Haar so schwarz wie Ebenholz. Sie hatte das Antlitz von Schneewittchen, aber hörte auf den Name Manuela.

Nach drei Jahren verstieß die Mutter ihr Kind und ließ es mit ihrem Vater allein, weil der einem anderen Weibsbild hinterher gelaufen war. Diese Frau war noch sehr jung von Geblüt und versuchte Manuela die neue Mutter zu sein.

Nachdem drei weitere Jahre ins Land gezogen waren, gebar sie ihren ersten Sohn. Sie hatte ihn so lieb, daß sie ihr Stiefkind nicht mehr wahr nahm, es sogar verwünschte.

Das Mädchen erfuhr nun klirrende Kälte, Lieblosigkeit, nahm das Leben von Aschenputtel an, mußte viele niedere, harte Arbeit verrichten, die für ein 6 – jähriges Kind viel zu schwer war und wurde bestraft, wenn sie diese nicht fein säuberlich ausführte.

Von ihrem Vater durfte sie keine Hilfe erwarten, denn der war blind vor Liebe. Blind vor Liebe zu der Frau, die ihm noch vier weitere Kinder schenkte. Dadurch sah er sein eigenes Kind nicht mehr, ließ sich von seiner Frau aufhetzen, die nur noch Haß für die Stieftochter hegte.

Seelische Qualen und körperliche Folter mußte sie über sich ergehen lassen. Jahrelang hielt die Stiefmutter Manuela in ihrem Türmlein gefangen, abgeschottet von Familie und Freunden. Wie Rapunzel fühlte sie sich, einsam und allein, mit Haaren, die sie sich nie lang wachsen lassen durfte.

Die Zeit verging und Manuela reifte zu einer Persönlichkeit heran, in der die Eigenschaften einer Löwin vereint waren.

Rebellisch, stur, störrisch, aber auch verletzbar und sensibel, trotzte sie den Schikanen und je größer Manuela wurde, um so mehr wuchs der Haß ihrer Stiefmutter. Denn Manuela war nicht nur stolz, sondern glich ihrem Vater unheimlich im Aussehen, der nicht nur eine dichte dunkle Löwenmähne trug, sondern auch einem Playboy ähnelte.

passfoto

Eines Tages brach es aus der Stiefmutter heraus. Manuela sollte aus ihrem Leben verschwinden, sie wollte sie loswerden und machte ihr das mit einer hasserfüllten Stimme klar, daß es ihr das Blut in den Adern gefrieren ließ. Manuela packte bald ihre Sachen und kam nach Umwegen in ein Waisenhaus, wo sie wohlwollend aufgenommen wurde und noch drei wunderschöne Jahre bis kurz vor ihrem heiratsfähigem Alter, verbrachte.

Manuela lernte ihre erste Liebe kennen, ihren ersten Freund, aber wirklich lieben, geschweige Liebe zu empfangen und zulassen, konnte sie nicht. Das hatte sie verlernt in den vielen Jahren unter der eiskalten Herrschaft ihrer Stiefmutter.

Urplötzlich erkrankte Manuela jedoch so schwer, daß sie innerhalb von Stunden ins Koma fiel und eine lange Zeit schlief. Doch war es kein Dornröschenschlaf, aus dem ein wunderschöner Prinz sie küssend erweckte, nein – es war ein Schlaf, mehr tot als lebendig, der alles veränderte, was jemals in ihrem Leben eine Rolle gespielt hatte.

„Sie wird wach“, hörte ich Stimmen von weit her und zaghaft öffnete ich die Augen. Was war los? Das letzte, woran ich mich erinnern konnte, waren die Worte der Assistentin „Das machst Du gut!“ als ich entkräftet vom Kampf gegen die Schmerzen auf dem Röntgentisch lag.

Wie lange hatte ich geschlafen, war es gestern oder erst vor ein paar Stunden? Antwort bekam ich keine, oder sagen wir mal so, ich stellte gar keine Fragen.

Mir war es unmöglich, meinen Kopf zu bewegen, meine Arme versagten ihren Dienst und als ich was sagen wollte, bekam ich kein verständliches Wort hervor. Hinter mir hörte ich ein schnaufendes Geräusch, registrierte jedoch nicht, daß es die Beatmungsmaschine war, die mich am Leben hielt.

Es waren verschiedene Diagnosen im Gespräch, Zustand nach Drogenmissbrauch, was ein Drogentest widerlegte, Meningitis, was widerrufen wurde und letztendlich das Arnold Chiari Syndrom, worauf man sich nach dreimal MRT einigte.

Daran zweifelte ich allerdings inzwischen, denn nach 4 Monaten kam die Bewegung in meinem rechten Arm zurück und anderthalb Jahre später konnte ich auch meinen Kopf wieder halten und drehen. Essen und trinken setze ich drei Monate nach dem ich aus dem Koma erwachte schon durch, weil ich es im wahrsten Sinne des Wortes satt hatte, über eine Magensonde ernährt zu werden.

Was hab ich denn von Geschmacksrichtungen wie Schoko oder Vanilie? Bleibt mir mal mit dem Schlauch in der Nase weg, ich will keine Magensonde! Ihr nehmt mir die schönste Geschmackssache der Welt weg, dabei kann ich es doch. Gebt mir eine einfache gescheite Kartoffelsuppe, damit bin ich ja schon mal vollsten zufrieden.

Weil ich mich nach wie vor nicht mit dem Arnold Chiari Syndrom abfand, ging ich der Sache selbst auf den Grund, heraus zugekommen, was mit mir passiert war. In Ulm gab es einen Spezialisten für’s Arnold Chiari Syndrom, den ich konsultierte und ein MRT – Bild in Dia – Format zeigte.

Ich bekam es nach meinem letzten MRT als Andenken, während alle anderen Schichtaufnahmen verschwunden waren. Anhand dieses Bildes und der Tatsache, daß ich nie operiert wurde, um das Rückenmark zu entlasten, wenn das Kleinhirn in den Wirbelkanal rutscht (Chiarymalformation), erkannte Dr. Maurer, daß meine inkomplette Querschnittlähmung eine andere Ursache hatte.

Dafür muß ich jetzt noch einmal in die Anfangszeit zurück schweifen. Ich erwähnte ja, daß ich beatmet bin. Da man in Greifswald mit meinem Krankheitsbild völlig überfordert war und auch nicht über die notwendigen Geräte verfügte, wurde ich nach Bad Wildungen in eine Spezialklinik verlegt. Dort wurden vorrangig Skoliose und Rückenmarksverletzte behandelt.

pass

Auch wenn die Bewegung etwas zurück kam, blieb mein Eigenantrieb zum Atmen aus. Die Medulla oblongata ist geschädigt und erfordert eine Vollzeitbeatmung.

Wir schrieben zwar erst das Jahr 1992, aber die Medizintechnik war schon so soweit, daß es ein Zwerchfellschrittmacher gab. In Bad Wildungen wurde er eingesetzt und von der Firma Börgel betreut und gewartet.

Dieses Gerät sendet seine Einstellungen mit minimalsten Strom über ein Kabel an die Sendespulen, die flach mit Pflasterverband auf die Haut geklebt sind. In einem operativen Eingriff implantiert man dem Patienten zwei Empfängerspulen unter die Haut. Von den Empfängerspulen gehen Kabel mit Elektroden ab, die an die Phrenicusnerven befestigt werden. Die sogenannten Empfängerspulen leiten nun den Strom an die Phrenicusnerven weiter, die das Zwerchfell dazu bringen, sich zu senken, wodurch die Rippenmuskeln den Brustkorb anheben, die Lunge sich entfaltet, ein Unterdruck entsteht und die Luft einströmen kann.

csm_Steuergeraet_mit_Kabel_1_2f7c5069d6

Externe Komponenten

So entsteht ein physiologischer Atemzug und dem Patienten werden sämtliche Beatmungsschläuche erspart, die bei einer externe Beatmungsmaschine unerlässlich sind.

Für mich ist diese Beatmungsform eine außerordentliche Bereicherung meines Lebensumstandes, es ermöglicht mir u.a. die Freiheit, mich uneingeschränkt in großen Menschenmengen zu bewegen und es hält lästige und neugierige Blicke von mir fern. Es trägt enorm zur Selbstsicherheit bei und unterstützt die Selbstständigkeit.

Allerdings hat der Schrittmacher einen Nachteil, er ist auf Grund der Magnetströme bei einer Untersuchung im MRT nicht zugelassen.

Zurück zu Dr. Maurer. Um abzuklären, worum es sich bei meiner Erkrankung handelt, hätte ich ins MRT gemußt. Das mir dies erspart blieb, freute mich einerseits, war allerdings die als Alternative notwendige Myelographie auch nicht besser.

CT IV

CTIII

Auf den CT – Bildern zeigte mir Dr. Maurer sehr anschaulich, daß es keine Chiarymalformation war, sondern ich an einer Zyste erkrankt, die sich in meinem Kleinhirn gebildet hatte. Sie drückte auf die Nerven, was die höllischen Kopfschmerzen erklärte und setzte meinen Bewegungsapperat, sowie das komplette vegetative Nervensystem außer Kraft. Gott sei Dank war ich zum richtigen Zeitpunkt am richtigen Ort, um das zu überleben.

Ich kann mir denken, daß mich der ein oder andere Leser fragen würde, ob man die Zyste nicht operativ entfernen könnte.

Diese Frage stellte ich auch Dr. Maurer.

Er antwortete wie folgt:

„…ja, man hätte sie entfernen können, wenn sie damals erkannt worden wäre. Heute hat es keine Relevanz mehr. Wir könnten sie heraus holen, nur würde es an Ihren jetzige Zustand nichts ändern. Im Gegenteil, die Gefahr wäre gegeben, daß wir dabei mehr kaputt machen, als gewinnen. Das, was Sie bis jetzt wieder erreicht haben, eventuell vernichten.“

Die Antwort war einleuchtend und für mich komplett akzeptabel. Ich stellte noch eine Frage, wollte wissen, ob die Zyste wieder wachsen kann und wie ich das mitbekommen könnte.

„…ja, sie kann wieder wachsen. Erste Anzeichen wäre ein fehlgeschlagener Versuch, die Zunge gerade heraus zu strecken.“

Viele fragen sich warum, warum ich. Das warum tut nichts mehr zur Sache. Ganz ehrlich, bringt es irgendetwas zurück? Macht es irgendetwas besser, wenn man ständig nach dem Warum fragt? Es ändert an meiner Situation zumindest nichts.

Ich nehme sie an und lebe, denn ich habe noch mal eine Chance bekommen. Und wie diese aussieht, ob nun im Rolli, beatmet oder auch völlig gesund, daß ist doch eigentlich egal.

Die schönen Seiten des Lebens sind ausschlaggebend, seht Euch an, was Ihr habt, könnt, Euer nennen dürft. Bemitleidet Euch nicht, weil Ihr nicht das tollste Handy habt oder nicht das coolste Auto fahrt. Bedauert nicht, wenn es draußen mal wieder regnet und die Grillparty ins Wasser fällt. Freut Euch trotzdem, vielleicht kommt doch noch die Sonne raus und läßt einen schönen Regenbogen am Himmel erscheinen.

Egal wie negativ die Situation gerade aussehen mag, wer weiß, wofür es in dem Moment gut war. Filtert Euch was positives heraus.

Im großen und ganzen geht es uns doch gut im Anbetracht der Tatsache, wie sich die Menschen in Kriegsgebieten fühlen, unter welchen Bedingungen sie leben!

In diesem Sinne allen eine schöne Zeit!

Eure Manu der Humorbolzen

spiegel I

Mooskuchen

Zutaten

Für den Teig:

250 g Margarine (zerlaufen lassen)

200 g Zucker

6 Eigelb

250 g Mehl

3 EL Kakao

250 ml saure Sahne

1,5 TL Natron

Zubereitung

Den Teig zusammen rühren und auf einem tiefen Backblech bei 180°C backen ca 30 min backen

Den Kuchen abkühlen lassen.

 

Für den Beleg:

6 Eiweiß

6 EL Puderzucker

200 g flüssiges Kokosfett

Kaffeepulver

Die Eiweiße zu Schnee schlagen und mit dem Puderzucker und dem Kokosfett langsam vermischen; das Kokosfett dabei nur in kleinen Schlucken dazu geben.

Dann den Guss auf den abgekühlten Kuchen verteilen und das Kaffeepulver mit dem Sieb darüber streuen.

Dann den Kuchen 1 Tag (oder über Nacht) in den Kühlschrank stellen.

Nicht wundern, wird grün. Sieht zwar sonderbar aus, aber schmeckt sau lecker

Guten Appetit

Teufelskuchen


Zutaten

250g Butter
300g Zucker
250g Mehl
250ml saure Sahne
3 Eier
3 knappe El. Kakao
1 Tl. Natron

Zubereitung:

Butter, Eier und Zucker schaumig rühren. Mehl, Kakao und Sahne hinzugeben. Zum Schluß Natron unterrühren, alles in eine Kuchenform füllen.

180° Ober/Unterhitze 45 min backen.

Puderzucker drüber streuen, wenn dieser ausgekühlt ist.

Der seelische Tod

Ich kann nichts, habe nie was gelernt,
bin von der realen Welt weit entfernt,
ich bin unwissend, dumm vom Geist,
ein Ratgeber, der sagt, was er nicht weiß.
Ich hatte mein Leben fest in der Hand,
jetzt zerrinnt es ungehalten im Sand.
Menschen, die stärker sind als ich,
haben ergriffen die Macht über mich.

Mein Herz ist schwach, der Kampf zu schwer.
Meine Augen sind stumpf, tränenleer.
Mein Seele gleicht einem zerrissenen Umhang.
Meine Lebensfreude weicht, verklingt im toten Gesang.
Meine Worte waren mal bunt.
Nicht erhört sind sie nun verstummt.
Mein Wille ist endgültig gebrochen,
am Boden zum Staube gekrochen.
Mein Körper ein lebendes Grab,
Dunkelheit, Kälte, ohne seelischem Hab.

Lebensfreude, Lebensmut, Lebenswille,
verschollen in schreiender Stille,
Alles was mich mal ausgemacht,
war störend und wurde umgebracht.
Erschreckend nur die Zeit, in der es geschehen,
keine Jahre, nicht in einem ganzen Leben!
Was bisher war nicht gelungen,
hat nun ein jähes Ende gefunden.

Manuela Krüger, Schwaig Jan. 2016